Am 11. Januar 2026
Trooping the Colour, so heißt die Militärparade zum Geburtstag des britischen Königs. Sie ist das Geburtstagsgeschenk der Streitkräfte für ihren Oberbefehlshaber. Dieses Geschenk wird aber nicht am Geburtstag selbst überreicht. Der ist am 14. November. Da ist das Wetter eher schlecht. Also findet die Parade im Sommer statt, was aber auch keine Gut-Wetter-Garantie ist in London. Das ist ein bisschen so wie mit der größten Geburtstagsparty der Welt: Weihnachten. Heute, am Fest der Taufe des Herrn, endet die Weihnachtszeit. Weihnachten, das feiern wir auch nicht am Geburtstag selbst. Denn wir wissen nicht, wann Jesus geboren wurde. Wir feiern den Geburtstag von Jesus am 25. Dezember, weil das gut passt, sagt der Papst in Rom im 4. Jahrhundert. Der 25. Dezember ist das Fest des römischen Sonnengottes, Sol Invictus, der unbesiegbare Sonnengott, Wintersonnenwende. Die Tage werden wieder länger, die Nächte kürzer. Die Sonne gewinnt immer. Jetzt gilt: Jesus Christus ist das göttliche Licht. Er vertreibt alle Dunkelheit. Dieses Licht ist unbesiegbar. Es gewinnt immer. Doch zurück zur Geburtstagsparade für den britischen Monarchen: Trooping the Colour. Woher kommt dieses Zeremoniell ursprünglich? Täglich, besonders aber vor der Schlacht, wurde den Soldaten die Fahne gezeigt, die Fahne mit ihren Farben und Motiven. Jeder Soldat musste sie sehen, sie erkennen, vor allem aber nachher, im Getümmel der Schlacht, im Eifer des Gefechts. Wo die Fahne ist, da ist der König. Er gibt die Befehle. Ihm folgt die Truppe. Trooping the Colour als große Militärparade vor dem König gibt es seit dem 17. Jahrhundert. König Charles II. von England hat sie eingeführt. Die Soldaten müssen nicht nur ihre Fahne sehen. Sie sollen vor allem ihren König sehen. Sie werden an ihre Pflicht erinnert, ihm zu dienen. Er gibt die Befehle. Die Soldaten gehorchen. Sie müssen sicher sein: Er ist unser König. So sieht er aus. Es gibt ihn noch. Er ist noch in der Lage, die Truppe zu kommandieren. Der Monarch muss gesehen werden, öffentlich. Königin Elizabeth II. hat in der Öffentlichkeit immer Kleider und Hüte getragen in besonders auffälligen Farben. Man sah sofort, wo sie war, die Monarchin. Auch das ist Trooping the Colour. Heute feiern wir das Fest der Taufe des Herrn. Da gibt es zwar keine Fahne und auch keine besonderen Farben, aber besondere Zeichen, und Jesus ist zu sehen, zum ersten Mal öffentlich, als erwachsener Mann. Er kommt an den Jordan zur Taufe. Johannes sieht ihn. Die Menschen sehen ihn. Erst weigert sich Johannes, Jesus zu taufen: Du bist der Herr. Ich bin der Knecht. Du müsstest mich taufen. Doch Jesus weist Johannes an, ihn zu taufen, und der tut es. Als Jesus aus dem Wasser steigt, ist klar, wer er ist. Wunderbare Zeichen machen es deutlich: Der Himmel öffnet sich. Der Geist Gottes kommt auf ihn herab wie eine Taube. Eine Stimme aus dem Himmel spricht: Dieser ist mein geliebter Sohn, an dem ich Wohlgefallen gefunden habe. Die größte Geburtstagsparty der Welt, Weihnachten, sie geht zu Ende, heute am Fest der Taufe des Herrn. Doch was wir gefeiert haben, das bleibt. Wir sehen und wir erkennen ihn, öffentlich,für alle Welt sichtbar: Jesus Christus, den geliebten Sohn, den König.
Pfarrer Dr. Bernhard Lackner
Bildnachweis
- Trooping the Color - WIKIMEDIA Creative Commons Attribution-Share Alike 3.0
- Die Himmelseklyptik - KI-generiert
- Taufe Christi - Guido Reni (1575–1642), WKIMEDIA public domain

