Am 04. Januar 2026
Computer sind doof. Das ist der Titel eines Songs der Band Spliff von 1982. Geschrieben hat das Lied der Keyboarder von Spliff, Reinhold Heil. Computer sind doof. Worum geht es? Mitten in der Nacht, um viertel vor acht, geht der Radiowecker runter. Der Besitzer des Weckers, er wird jäh aus dem Schlaf gerissen. Er ist stinksauer. Er stellt fest: Ich hab‘ den Schweinehund falsch programmiert. Mein Mikroprozessor bringt mich um! Dann bricht im Haushalt das Chaos aus. Die Elektrogeräte im Haushalt, Toaster, Kaffeemaschine, Wäschetrockner, sie sind miteinander vernetzt. Das kennen wir: Smart Home. Das gab es 1982 nur in der Phantasie von Spliff. Zum Schluss, der Knaller: Der in den USA hergestellte, von einem Mikrochip gesteuerte Herzschrittmacher von Leonid Breschnew, damals Machthaber in Moskau, fällt aus. Breschnew fällt um. Sein Kopf schlägt auf einem roten Knopf auf. Der wiederum setzt mikrochipgesteuerte Abläufe in Gang, von denen Strategen diesseits und jenseits des Eisernen Vorhangs bisher nur zu träumen wagten. Diesmal funktioniert alles. Das war die Angst 1982: Atomare Mittelstreckenraketen wurden in Europa stationiert. SS 20 im Osten, Pershing 2 bei uns, in Mutlangen, in Neu-Ulm. Der Atomkrieg war zum Greifen nah. Computer sind doof. Stimmt das? Manchmal leider. Ich stehe im Supermarkt, an der Kasse, in der Schlange. Die Kundin ganz vorne möchte bezahlen, mit Karte. Aber das geht nicht. Die Kasse will die Karte nicht. Zweiter Versuch, dritter Versuch, nichts geht. Die Schlange wird länger. Die Kassiererin greift zum Mikrofon: zweite Kasse bitte! Gefühlt vergehen Stunden. Computer sind doof. Das stimmt zum Glück nicht immer. Meistens funktionieren sie. Sie helfen uns jeden Tag. Diese Predigt habe ich mit dem PC geschrieben. Man kann sie im Internet nachlesen. Bevor Sie fragen: Nein, diese Predigt wurde nicht mit Künstlicher Intelligenz verfasst, sondern ausschließlich mit Natürlicher Intelligenz und ein bisschen auch mit Übernatürlicher Intelligenz. Darauf vertraue ich von Berufs wegen. Den Plan mit den Liedern, die wir heute singen, den habe ich per Email an den Organisten geschickt. Computer helfen. Ganz großen Dank sagen wir an dieser Stelle unserem IT-Fachmann Kai Ewers. Er ist immer für uns da, auch am Abend, auch am Wochenende. Das neue Jahr hat begonnen. Was wird es uns bringen? Wir wissen es nicht. Eines aber wissen wir: Digitale Werkzeuge werden uns auch in diesem Jahr begleiten, uns helfen. Und wenn sie es nicht tun, ausnahmsweise? Dann denken wir daran: Wir Menschen sind nicht perfekt. Wir wissen nicht alles. Wir können nicht alles. Wir haben Fehler und Mängel, kleinere und größere. Die Maschinen, die wir bauen und bedienen, sie sind nicht perfekt. Sie wissen nicht alles. Sie können nicht alles. Sie haben Fehler und Mängel, kleinere und größere. Trotzdem sind wir voller Zuversicht, voller Hoffnung. Warum? Das liegt an einer Zahl. Sie lautet: 2026. Vor 2026 Jahren kam einer in unsere Welt. Der hat keine Fehler und Mängel. Der weiß alles. Der kann alles. Der ist einfach perfekt. Er hat uns durch das Jahr 2025 geleitet. Er wird uns auch im neuen Jahr 2026 begleiten, beschützen, inspirieren. Er wird unser Leben mit Sinn erfüllen, ganz sicher. Der Sinn des Lebens ist erfüllt, wo Liebe ist. Das ist die gute Nachricht. Sie wird uns überbracht von einem alten Lied von 1982, dessen Text nur im Ausnahmefall zutrifft: Computer sind doof.
Pfarrer Dr. Bernhard Lackner
Bildnachweis
- Breschnew löst den Atomkrieg aus - KI-generiert
- Der Sohn des Zimmermanns in der Werkstatt am Computer - KI-generiert
- Startbereite Pershing-II-Raketen - WKIMEDIA public domain

