Am 27. September 2026
Konzilien prägen unsere Kirche und damit auch unser Leben. Das gilt auch für das Konzil, das im 16. Jahrhundert stattgefunden hat, in Italien, in Trient. Es war die Zeit der Reformation. Die Kirche verkaufte Ablassbriefe. Es entstand der Eindruck: Ich kann mir den Himmel kaufen mit Geld. Dem widerspricht Martin Luther. Er sagt: Die ewige Seligkeit gewinnen wir nicht, indem wir gute Werke tun. Gott schenkt sie uns.
Sein Sohn, Christus, hat für uns schon alles getan, was zu tun ist. Alles, was wir tun müssen, ist, an ihn zu glauben. Das Konzil sagt: Die ewige Seligkeit gewinnen wir, wenn wir an Gott, an Christus, glauben und gute Werke tun als Zeichen des Glaubens. Was geschieht eigentlich, wenn wir Eucharistie feiern? Das Konzil sagt: Wenn der Priester die Worte spricht, die Christus gesprochen hat – das ist mein Leib – das ist mein Blut – dann ist Christus wirklich gegenwärtig. Brot und Wein werden gewandelt in Leib und Blut Christi. Die äußeren Merkmale bleiben unverändert. Es sieht aus wie Brot, es fühlt sich an wie Brot, es riecht wie Brot, es schmeckt wie Brot, aber es ist seinem inneren Wesen nach nicht mehr Brot. Es ist Leib Christi. Gleiches gilt für den Wein. Das innere Wesen, die Substanz, wandelt sich, Transsubstantiation. Christus bleibt gegenwärtig auch nach der Feier. Übrige Hostien werden in der Kirche an einen besonderen Ort gebracht, in den Tabernakel. Daran erinnert uns das ewige Licht, das dort brennt, rund um die Uhr. Martin Luther sagt: Wenn beim Abendmahl die Worte gesprochen werden – das ist mein Leib – das ist mein Blut – dann ist Christus wirklich gegenwärtig. Es findet aber keine Wandlung statt. Brot und Wein bleiben ihrem inneren Wesen nach Brot und Wein. Leib und Blut Christi kommen zu Brot und Wein hinzu, Konsubstantiation. Wenn die Feier endet, ist Christus in Brot und Wein nicht mehr gegenwärtig. Deshalb gibt es in der evangelischen Kirche keinen Tabernakel, keine Monstranz, keine Fronleichnamsprozession. Der Reformator Ulrich Zwingli in Zürich sagt: Christus ist nach seiner Himmelfahrt bei Gott im Himmel, nicht hier bei uns auf Erden. Deshalb sind beim Abendmahl nur Brot und Wein auf dem Altar, sonst nichts. Der Reformator Johannes Calvin in Genf sagt: Christus ist nach seiner Himmelfahrt bei Gott im Himmel, nicht hier bei uns auf Erden. Deshalb sind beim Abendmahl nur Brot und Wein auf dem Altar, sonst nichts. Doch in der Feier werden wir hier auf Erden mit Christus im Himmel verbunden. Das macht der Heilige Geist. Das ist etwa so, wie wenn ich mit einem Freund in Amerika telefoniere. Ich bin hier, er in Amerika, und doch sind wir miteinander verbunden. Wir können miteinander sprechen. Wir können einander auf dem Bildschirm sogar sehen. Nach dem Konzil von Trient wurden überall Priesterseminare gebaut. Die gab es so vorher nicht. Wer Priester werden wollte, musste ab sofort das kleine und das große Seminar erfolgreich besuchen. Heute würde man sagen: Er musste Abitur machen und Theologie studieren. Gut ausgebildete Geistliche, das bedeutete mehr Qualität im Gottesdienst, in der Predigt, in der Seelsorge. Vor dem Konzil hatten die meisten Geistlichen kein Studium absolviert. Sie waren eher praktisch ausgebildet. Wie macht man das? Messe lesen? Sakramente spenden? Konzilien prägen unsere Kirche und damit auch unser Leben. Christus ist bei uns in der Eucharistie, in Brot und Wein. Er schenkt uns die ewige Seligkeit. Wir können Gutes tun wie er. Der Sinn des Lebens ist erfüllt, wo Liebe ist.
Pfarrer Dr. Bernhard Lackner
Bildnachweise:
- Martin Luther, gemalt von Lucas Cranach 1472 - 1553 - WIKIMEDIA Common Licence
- Das Konzil von Trient, Gemälde eines unbekannten Künstlers in der Kirche St. Maria Maggiore in Rom um 1680 - WIKIMEDIA Common Licence
- Ulrich Zwingli, gemalt von Hans Asper 1499 - 1571 - WIKIMEDIA Common Licence

